14. Architektur Biennale Venedig

Venedig, Italia
Interior Designers
INpuls
Ubicación
Venedig, Italia
Año
2014

Unter dem Titel „Grundlagen – Fundamentals‘ bietet der Kurator der 14. Architektur Biennale Rem Koolhaas 2014 eine Biennale „nicht über Architekten, sondern über Architektur“ an. Er geht zurück zu den Grundlagen und in die Geschichte der Architektur und will die Entwicklung nationaler Architekturen in den letzten 100 Jahren beobachten. Diese retrospektiven Betrachtungen sollen ein „frisches Verständnis für den Reichtum des grundlegenden Repertoires der Architektur ausbilden, das heute augenscheinlich so verschüttet ist“.

Mit diesem Hintergrund haben wir für die Ausstellung im ungarischen Pavillon als Thema den Stadtraum gewählt. Die Ausstellung lädt auf eine Wanderung durch die Architektur der letzten 100 Jahre in Ungarn ein, bei dem der Mensch als Auslöser für Veränderungen, für neue Bewegungen und als Mitgestalter im Mittelpunkt steht. Auf informative, spielerische und erzählerische Weise sollen die Veränderungen der letzten 100 Jahre in der ungarischen Architektur gezeigt, sowie die Auslöser der Veränderungen in der Entwicklung der Architektur aufzeigen werden. Ziel ist es, dem Besucher die verschiedenen politischen, wirtschaftlichen, und gesellschaftlichen Einflüsse der letzten 100 Jahre auf die ungarische Architektur aufzuzeigen, die aktuelle, ‚moderne‘ Architektur in Ungarn vorzustellen und dem Besucher die Möglichkeit zu geben selber den eigenen Einfluss auf Veränderungen auf spielerische Weise erfahren zu können. Die Ausstellung ist in vier Hauptbereiche aufgeteilt, die sich aus der vorhandenen Architektur des Pavillons ergeben.

Es werden behutsam, geringfügige Veränderungen im Raum vorgenommen, die Grundarchitektur jedoch nicht verändert. Die klare, transparente, in sich gekehrte Architektur des Pavillons wird respektiert und die Möglichkeiten, die in dieser Architektur stecken werden genutzt. Der Besucher erschliesst die Ausstellung durch das Atrium. In diesem hellen, offenen Raum, kann er sich auf die Ausstellung einstellen. Es ist ein Ankommen, Beobachten, die Zeit verstreichen lassen.

Das Verstreichen der Zeit und damit die Zeitspanne um die es sich in der Gesamtausstellung dreht wird über ein Großbild auf der weißen Wand dargestellt. Ein Seismograph zeichnet Zeit – Bewegung – Veränderung auf. Die akustischen Signale der Besucher, und damit die Veränderung der Anzahl der Besucher werden aufgezeichnet, in eine Bewegungsform umgewandelt und als Bild auf die Wand projiziert. Das Bild eines Seismografen, welches bei Veränderung der Besucherzahl ausschlägt bzw. still bleibt zeigt auf einfacher Weise den Einfluss der Menschen auf Zeit und Raum.

Die Besucherzahl wird über die gesamte Zeit der Biennale aufgezeichnet und auf die Wand projiziert. So kann der Besucher den Zusammenhang zwischen Mensch – Zeit – Veränderung auf subtile Weise nachvollziehen.

Die Ausstellung soll nicht nur eine architektonische Wanderung durch Ungarn sein, vielmehr soll der Besucher auch geschichtliche Hintergründe über das Land, welches v.a. in den letzten 100 Jahren einen unglaublichen Weg begangen hat, erfahren.

Eine ausstellungsumfassende Grafik zieht sich über die Wandflächen des Pavillons als Hintergrundinformation. Die Jahrzehnte ab 1914 sollen aus geschichtlicher Sicht erläutert werden. Der Strich des Seismografen wird als wiederkehrende Grafik verwendet um die wichtigen geschichtlichen Entwicklungen im Land aufzuzeigen. Bei jeder für das Land wichtigen Entwicklung schlägt der Seismograph aus. Diese Punkte werden dem Besucher über Texte genauer erklärt. Im 1. Ausstellungsraum erfährt der Besucher 100 Jahre auf einen Blick. Von der Decke hängen 3 Kuben ab, auf deren Fläche großformatige Bilder aufgezogen sind, die 3 verschiedene Arten der Architekturentwicklung und –Veränderung darstellen.

Innen – Außen; Damals – heute:

Die 1.5m hohen Kuben hängen auf Augenhöhe, so dass man in die Kuben hineintauchen muss um beide Bilder die 100 Jahre auseinanderliegen in Zusammenhang bringen zu können. Im mittleren Ausstellungsraum wird der Stadtraum erlebbar. Ein Ausschnitt einer Stadtkarte überzieht überdimensioniert den Boden des langen, die 2 großen Ausstellungsräume verbindenden Raumes und Teile des Atriums. Die einzelnen ‚Karrées‘ einer Stadt wachsen aus dem Boden und bilden Flächen, die bespielt werden können. Der Raum lädt zum längeren Verweilen ein, zum Hinsetzen, diskutieren, austauschen und zum Mitmachen. Der Besucher befindet sich mitten in einem überdimensionierten Städtebaumodell. Kleine Würfel, die auf einer Magenwand in der Apsis bereitstehen, können gesetzt, verplant, gebaut werden. Eine Stadt, ein Raum in Dauerveränderung entsteht. Jeder kann zu dieser Veränderung beitragen, die Veränderung im Geschehen beiwohnen.

Auf eine nicht zu ernstnehmende, spielerische Art kann der Besucher seinen Einfluss auf die direkte Veränderung der Umgebung erfahren, aktiv durch Mitmachen oder passiv durch Beobachten. Im 3. Ausstellungsraum, als Endpunkt der Ausstellung gedacht, wird Architektur in Ungarn heute gezeigt. Über eine klassische Ausstellungsarchitektur wird der Grundfrage des Themas der Biennale 2014 „Absorbing Modernity: 1914-2014“ nachgegangen.

Aktuelle, gebaute und aktuell geplante Architektur in Ungarn geplant und ausgeführt von ungarischen Architekten, die den Respekt vor Tradition und eine nationale Wertschätzung in sich tragen, sollen auf großformatigen Bildern in einer musealen Ausstellungsweise gezeigt werden.

Aufgabe
Konzeptentwurf für die 14. Architektur Biennale in Venedig für die Ausstellung im ungarischen Pavillon

Team
INpuls

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