Großform an der Donau

Ulf Meyer
10. January 2021
Modellfoto: UBM Development Österreich

Auf einem ehemaligen Grundstück der Wiener E-Werke wird mit Blick auf den Donaukanal ein neues Quartier zum Wohnen und Arbeiten gebaut. In der letzten Runde des Wettbewerbs setzte sich der städtebauliche Vorschlag von Gangoly & Kristiner durch.

In der ersten Stufe waren 70 Entwürfe eingereicht worden, aus denen die Jury die vier besten auswählte für die Teilnahme an der zweiten Wettbewerbsstufe. Nun hat die Jury einen einzigen Sieger ausgewählt: Gangoly & Kristiner ist es nach Meinung der Jury am besten gelungen, eine überzeugende Lösung zu finden. Der Grazer Entwurf bildet nun die Grundlage für eine Neufestsetzung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans. 

Einsatzmodell. Links ist der Donaukanal zu sehen (Modellfoto: UBM Development Österreich)

Für das Areal am Donaukanal, nördlich der Innenstadt, sollte eine „neue und bessere Verteilung der Bauvolumen“ erreicht werden. Die Jury attestierte dem Sieger-Entwurf „Selbstverständlichkeit und Ruhe“. „Grün- und Freiräume strahlen eine entspannte Atmosphäre aus“, schrieb sie. Der Entwurf fügt sich in angemessener Dichte in den Block an der Oberen Donaustraße zwischen Augarten und Donaukanal.

Auf dem Grundstück befand sich ursprünglich die „Zentrale Leopoldstadt“ der Allgemeinen Österreichischen Elektrizitätsgesellschaft. (Luftbild: UBM Development Österreich, Quelle: Stadt Wien)

Auf dem Grundstück befand sich einst eine Zentrale der Allgemeinen Österreichischen Elektrizitätsgesellschaft – und später eine Werkstätte der Wiener E-Werke. 1991 wurde ein Bürogebäude von Siemens Nixdorf auf dem Areal eingeweiht. Vor zwei Jahren akquirierte die Firma UBM Development eine Beteiligung an dem Areal, das in einen großen, trapezförmigen Block mit Wohnen, Dienstleistung und Umspannwerk der Wiener Netze eingebettet ist. Durch die nahe U-Bahn-Station Rossauer Lände ist eine gute Anbindung gegeben. Die Siemens-Nixdorf-Gebäude auf dem Grundstück wurden bis 2019 als Bürohaus genutzt. Sie gelten nun schon als „nicht mehr zeitgemäß“ und eine Erneuerung ist „angezeigt“, wie der Entwickler schreibt. Das bedeutet den Abriss von Gebäuden, die erst in den frühen 1990er-Jahren gebaut wurden. 

Die Berücksichtigung der Nachbarbebauung im Blockinnenbereich war eine Voraussetzung. (Modellfoto: UBM Development Österreich)
Modellfoto: UBM Development Österreich

Die Aufgabe des Wettbewerbs bestand darin, die Aspekte Dichte, Nutzungsmix, Grün- und Freiraum sowie Durchwegung zu berücksichtigen. Neben der Höhenentwicklung ging es auch um Ausrichtung der Hauptfenster, Loggien, Terrassen, Balkone und dem Umgang mit Feuermauern der angrenzenden Bebauung, Baumbestand, Erschließung, Stadtklima und Energieversorgung. 

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