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Wohn- und Geschäftshaus Werderstraße 73

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Standort
Schwerin
Jahr
2001

Das Fachwerkgebäude Werderstraße 73 in Schwerin wurde um 1760 im Zuge der städtebaulichen Entwicklung der "Schelfstadt" auf einem 15x60m großen Grundstück errichtet und ist heute in die Denkmalliste der Stadt Schwerin eingetragen. Zunächst 2-geschossig wurde es gegen Ende des 19.Jhdts. durch ein 3. Vollgeschoss aufgestockt. Die ebenfalls in Fachwerkbauweise bis zu dieser Umbauphase errichteten 1-geschossigen Anbauten auf der Gartenseite bildeten einen allseitig umschlossenen Innenhof.

Vor Beginn der Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen im Frühjahr 2001 war das Gebäude mehrere Jahre unbewohnt und die Bausubstanz befand sich in einem allgemein sehr schlechten Zustand aufgrund ungenügender Gründung und Hausschwammbefall.

Die umfassende Sanierung und Modernisierung mit Instandsetzung der denkmalgeschützten Bausubstanz im Vorderhaus begann im Frühjahr 2001 und konnte noch im gleichen Jahr abgeschlossen werden.

Das marode Eichen-Fachwerk wurde zu über 60% erneuert und da das Ziegelmaterial zum Wiedereinbau nicht mehr geeignet war, musste es durch neues, nach denkmalpflegerischen und bauphysikalischen Aspekten geeignetes Ziegelmaterial ersetzt werden. Innenseitig wurde ein ebenfalls auf bauphysikalischen Ergebnissen gründender Wärmedämmputz in 5cm Stärke aufgebracht.

Zahlreiche Anträge auf Ausnahme von den denkmalpflegerischen Auflagen ermöglichten schließlich auch den Einbau von zeitgemäß gestalteten Materialien wir bei der Stahltreppe als Haupterschließung in die oberen Etagen. Zur Anpassung der vorhandenen Grundrisse im Erdgeschoss und in den beiden Obergeschossen an eine zeitgemäße Nutzung und Komfort wurde im Vorderhaus die tragende Mittellängswand durch insgesamt 9 Stahlrahmen auf der gesamten Hauslänge von 15 m ersetzt. Dadurch wurden zusammenhängende Grundrissflächen mit beidseitiger Belichtung und den sich daraus ergebenden Raumqualitäten ermöglicht.

Die Hinterhofgebäude wurden aufgrund der starken Schädigung durch Schwammbefall vollständig erneuert. Dadurch ergab sich die Möglichkeit ein neues Raum- und Gebäudekonzept umzusetzen.

Den Genius Loci aufgreifend, sind die Neubauten weiterhin mit Eichenfachwerk errichtet. Als Abstand der Stiele wurde ein aus dem Vorderhaus entnommener Achsabstand von 1,20m gewählt und die ebenfalls mit zimmermannsmäßigen Holzverbindungen, d.h. mit Holznägeln und hölzernen Anblattungen zusammengefügt, d.h. ohne Schraub- und Nagelverbindungen.

Der vorhandene historische Baumbestand wurde erhalten und behutsam ergänzt.

Aufgabe
Sanierung und Umbau eines denkmalgeschützten Fachwerkgebäudes von 1760 mit Teilabriß und Erneuerung seiner Hofgebäude zu einem zeitgemäßen Wohn- und Geschäftshaus

Fertigstellung
12.2001

Bauherr
privat

Architekt
Architekt Roland Schulz, ars, Schwerin
Mitarbeiter: Philipp Alder, Dörte Jannott, Bernd Peter

Landschaftsplanung
Zemke, Garten- und Landschaftsarchitekten

Tragwerksplanung/ Wärmeschutz
Ing.-Büro Töpper, Schwerin

Elektrofachplanung
Ing.-Büro Drückhammer, Schwerin

Haustechnische Anlagen
Ing.-Büro Müller-Grönbold, Schwerin

Baugrundgutachten
Ing.-Büro IGU, Schwerin

SiGeKo
Ing.-Büro Kindor, Güstrow

Vermessung
Ing.-Büro Neiseke, Schwerin

Nettonutzfläche
400m² (335m² abgeschlossen + 65m² Gemeinbedarf)

Bruttogeschossfläche
450m²

Bruttorauminhalt
1.700m³

Gartenfläche
580m² + 39m²Holzdeck (Wohnung EG)

Innenhof
44m²

Reine Baukosten/ m² BGF
(nur KG 300+400)
ca. 596.000 €
ca. 1.218 €/m² BGF

Gesamtkosten/ m² NNF
ca. 851.000 €
ca. 2.127 €/m²

Auszeichnung
Baupreis - Attraktive Innenstadt - der Landeshauptstadt Schwerin 2005

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