Foto © RSLA
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Zeichnung © RSLA

Zukunft Park Killesberg

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Adresse
Am Kochenhof, 70192 Stuttgart
Jahr
2012

Erweiterung des Killesberg-Parks – Die Aufgabenstellung ist ein offener Prozess, mit der Prämisse ein zukunftsweisendes Konzept für die Erweiterung des Park Killesberg zu schaffen, das Ökologie mit Ökonomie verbindet und neuen, urbanen Lebensraum ermöglicht. Dabei erzählen die Überreste der bestehenden Landschaft ihre eigene Geschichte: karstige Formen einer Steinbruch-Topographie, artifiziell von Menschenhand geschaffen, die durch das Reparieren der offenen Wunden des Grünraums geheilt werden – ohne diese unsichtbar zu machen. Die Grüne Fuge und der Bereich der ehemaligen Parkplätze ist die Chance, eine übergreifende Klammer zu etablieren, welche die unterschiedlichen Themen zu einem Ganzen verbindet. Dabei werden Themen aus der Feuerbacher Heide, aus dem Park und aus der prägenden Topographie verschmolzen und zu einer neuen Identität für die entstehenden Bebauungsgebiete entwickelt.

Verbindende Einheit – Die Gestaltung versteht sich als die Verwebung zweier Themen, die den Killesberg prägen: menschengeprägte Steinbrüche als harte Topographien und weiche naturnahe Landschaft.  Es entsteht eine Landschaft, die eine eigene Geschichte erzählt: schroffe, karstige Formen des ehemaligen Steinbruchs, wie mit dem Meißel herausgebrochen, verändern sich im Laufe der Jahre. Aus deren gebrochenem Material heraus entwickeln sie sich über abgerundete Formen hin zu einer weichen Landschaft, die mit Erde und Grün überzogen ist. Es entsteht eine spannende weiche Topographie aus Rasenkissen, die sich auf die Feuerbacher Heide, Grüne Fuge und den Park vor der Roten Wand legt und diese harmonisch zusammenfügt. Die bewegte Topographie und die versenkten Wege lassen beim Durchwandern des Parks eine Vielzahl unterschiedlicher Perspektiven entstehen und prägen zugleich eine durchgängige Identität für den Übergang zum Höhenpark Killesberg und die neu entstehenden Bebauungsgebiete.

Aber es entsteht auch eine Landschaft, die von der gekonnten Illusion lebt. Die Verfremdung der gewohnten Umgebung durch die Anhebung der Topographie und dazwischen eingeschnittene Wege, erzeugt ein überraschendes Spiel mit der Wahrnehmung von Raum und dem menschlichen Maßstab. Einerseits die Bezugnahme auf die soziale und naturräumliche Vergangenheit des Orts in Form von Neuinterpretation des Themas Steinbruch, Wellen, Wildnis und drüber hinaus mit Hilfe der Überformung der gewohnten Sichtweisen das Auslösen neuer Sinneseindrücke, darin liegt die Innovation der zukunftsorientierten Gestaltung.

Gleichzeitig ermöglicht die Offenheit des Konzepts eine Reaktionsfähigkeit auf die Entwicklung und Strukturierung des Veränderungsprozesses des neuen Quartiers und des Ökosystems auf dem Parkgebiet.

Alle Gebiete gemeinsam verbindet das Thema der nachhaltigen und ökologischen Entwicklung. So werden Flachdächer und Fassaden wenn möglich begrünt. Die anfallenden Dachwasser werden in einer Zisterne im bestehenden unterirdischen Messegebäude gesammelt, in den See abgeführt und wieder in den Wasserkreislauf eingespeist. Die Rasenkissen des Parks bilden durch ihre unterschiedlichen kleinklimatischen Bedingungen Lebensräume für unterschiedliche Flora und Fauna.

Die Landschaft der Parkerweiterung verzahnt sich mit dem anschließenden Wohngebiet „Forum K“, dessen frei stehende Gebäude sich zum Park hin öffnen und das Grün bis in die Mitte des neuen Stadtquartiers eindringen lassen werden.

Grüne Fuge – Durch Rasenkissen mit einer Höhe von maximal 95cm, die durch Ansaat von Wildblumenwiesen je nach Jahreszeit unterschiedlich blühen, führen die beiden Rahmenwege von Nord nach Süd hinunter zum neu angelegten Natursee. Ein Wasserlauf, in den die Dachwasser der neuen Bebauung eingespeist werden durchfließt die grüne Fuge und mündet im See. Wasserdurchlässige Wege durchziehen den Park und laden ein zum Flanieren und Entspannen. Im Westen entsteht ein Hain aus gemischten heimischen Laubbäumen als räumliche Kante zur Bebauung der angrenzenden neuen Wohnbebauung, nach Osten hin stehen lockere Gruppen von Obstbäumen. Der Blickbezug zum Killesbergpark bleibt offen.

Park vor der Roten Wand – Die rote Wand wird im Teilbereich der ehemaligen Aussichtskanzel wieder freigelegt. Die Felswand bildet den räumlichen Abschluss und in Ihrer Massivität und Kantigkeit den Kontrast zur Weichheit der Hügellandschaft. Vor der Wand zieht sich ein Band mit verschiedenen Stauden, Sträuchern und Gräsern entlang und bildet in seiner Farbigkeit einen zusätzlichen Blickfang als Hintergrund für das gesamte Parkgelände. In einzelnen dieser farbigen Gärten befinden sich zudem Spielangebote. Auch hier dienen Obstbäume und heimische Gehölze als Rahmenpflanzungen und einzelne Blickpunkte.

Feuerbacher Heide – Die Feuerbacher Heide bleibt in ihrem Charakter als offene Landschaft erhalten. Die Hügel werden hier in reduzierter Form ausgebildet. Ein großer Teil der Stellplätze für den Tennisclub und Besucher des Parks werden beibehalten.

Spielen im Park – Der Park als Plattform – Der Park mit seiner Topographie kann als großer Spielplatz verstanden werden. Topographie – Rennen und Hüpfen auf dem Wegenetz und über die bewegte Landschaft übt eine große Faszination für Kinder aller Altersgruppen aus. Neben diesem flächenübergreifenden Spielangebot kann auf den Rasenkissen, die in großen Teilen die Fläche von Kleinspielfeldern aufweisen, Ball, Federball, Frisbee u.a. gespielt werden. Der Wasserlauf mit seinen unterschiedlichen Aufweitungen und Fließgeschwindigkeiten übt eine weitere Faszination auf Kinder aus. Für die Akademie der bildenden Künste können Einzelbereiche als Ausstellungsplattform genutzt werden.

Arge Zukunft Killesberg
Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten
Pfrommer Roeder Landschaftarchitekten

VOF-Verfahren
1. Preis

Leistungsphasen
2 - 9 HOAI

Entwurf
Arge Zukunft Killesberg
Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten GmbH

Ausführung
Pfrommer+Roeder Landschaftsarchitekten

Planungs- und Bauzeit
2008 – 2012

Baustart
2009 mit dem Abriss der Messehallen

Auftraggeber
Stadt Stuttgart, vertreten durch das Garten-, Friedhofs- und Forstamt

Fläche
ca. 10 ha

Fotografie
Raffaela Sirtoli

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