Naturwissenschaftlicher Trakt des Augustinianums

Greven
Foto © Christian Richters
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Architekten
Bez + Kock Architekten
Adresse
Lindenstrasse 68, 48268 Greven
Jahr
2018
Kosten
1 Mio. – 100 Mio.
Stockwerke
1–5 Stockwerke
Bauherrschaft
City of Greven
Team
Marc Nuding, Erik Bossog, Marita Huber
Tragwerksplanung / Bauphysik
Wildner, Lopes & Albers, Greven
HLS- und ELT-Planung
Ingenieurbüro Klemm, Greven
Akustik
Kötter Consulting Engineers, Rheine
Brandschutz
Sondermann und Möller, Dorsten

Die Stadt Greven liegt im nördlichen Münsterland, einer Region mit großer Tradition im Klinkerbau. Auch das Hauptgebäude des Augustinianums aus den 1960er Jahren zeigt sich mit prägnantem Sichtmauerwerk und so war es naheliegend, den Neubau des naturwissenschaftlichen Traktes mit einer Ziegelfassade zu denken. Die Wahl fiel auf einen Wasserstrichziegel mit lehmig-braun-grauer Farbigkeit, der nur wenige Kilometer von Greven entfernt gebrannt wird. Seine Farben laufen aquarellartig ineinander, wobei die dunkleren Köpfe markante Akzente auf der im wilden Verband aufgemauerten Fassade setzen.

Der kompakte zweigeschossige Neubau steht rechtwinklig zur angrenzenden Lindenstraße und begleitet den Fußweg zum Schulhof. Drei volumetrische Eingriffe erzeugen eine markante Silhouette entlang der Straße. Ein großzügiges Vordach markiert die Eingangssituation. Reduziert und präzise gesetzte Fensteröffnungen verleihen dem kleinen Haus skulpturale Kraft. Die Fassaden aus dunklem Wasserstrichziegel, das dunkelgrüne Textil des Sonnenschutzes und die Holz-Alu-Fenster vermitteln einen wertigen und robusten Charakter. Im Erdgeschoss wurde an der Straßenseite eine Vitrine angeordnet, durch deren Bespielung eine Interaktion von naturwissenschaftlichem Lernen in der Schule und den Passanten angeregt wird.

Der auf den ersten Blick klar und unprätentiös gestaltete Neubau überrascht beim näheren Betrachten durch seinen unerwarteten räumlichen Reichtum, der sich vor allem in der Schnittfigur zeigt: An den Rändern befinden sich im Norden eine zenital belichtete Erschließungsspange mit Foyer und zwei Treppen und im Süden eine Raumschicht mit zwei Übungsräumen und mittig angeordnetem Sammlungsraum. Zwischen diesen beiden Raumspangen entwickelt sich ein dreidimensionales Band aus Seminarräumen, Innenhof, Lufträumen, Nebenräumen und Oberlichtern, das die beiden Etagen räumlich miteinander verknüpft. Es entsteht eine kommunikative und lichtdurchflutete Hausmitte mit vielfältigen Blickbeziehungen und hohem Aneignungspotenzial.

Auf den jeweiligen Etagen wurden die Räume entsprechend ihrer funktionalen Anforderungen angeordnet – die Physikräume befinden sich im Erdgeschoss, die Chemieräume im Obergeschoss. Im Bereich der Sammlungsräume gibt es für die Lehrer eine interne Treppe, die auch die angrenzenden Besprechungsräume erschließt. Eine besondere Rolle kommt dem nördlichen Bereich des Erdgeschosses zu. Hier wurde eine kleine Ausstellungs- und Veranstaltungszone geschaffen, in der die Lehrinhalte klassenübergreifend präsentiert werden können. So werden Diskussionen angeregt und Neugierde geweckt - insbesondere die Neugierde wird vom Augustinianum als zentraler Faktor für die Lernmotivation gesehen und gefördert.

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    Ruch Architekten
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