Ein neues Rebstockbad für Frankfurt

Manuel Pestalozzi
6. März 2021
Das Neubauprojekt sieht ein Gebäudeensemble aus Sportbad, Erlebnisbad sowie Wellness- und Saunabereich vor. Ergänzt wird der Entwurf mit der Verwaltungszentrale der Frankfurter Bäder. (Visualisierung: Geising + Böker GmbH Architekten BDA)

Nicht weniger als 2000 Quadratmeter Wasserfläche verspricht das neue Rebstockbad in Frankfurts Stadtteil Bockenheim. Der Ersatz des bestehenden Baus aus den 1980er-Jahren hat keine lauten Proteste ausgelöst, die BäderBetriebe Frankfurt wollen die neue Anlage Ende 2025 eröffnen.

Bei seiner Eröffnung 1982 war das Rebstockbad eines der ersten „Erlebnisbäder“ in Deutschland, bis heute gehört es zu den größten im Rhein-Main-Gebiet. Es liegt im Rebstockgelände, Frankfurts ehemaligem Flughafen, der seit rund sechzig Jahren einen ausgedehnten Park beheimatet. Der Ursprungsbau wurde nach einem Entwurf des Frankfurter Architekten Dieter Glaser zwischen 1979 und 1982 errichtet. Ins kollektive Gedächtnis eingeprägt hat sich die zeltartige Membran-Dachlandschaft, respektive deren Untersicht, die aus den Becken bewundert werden kann. Sie ist heute marode. Nach über 35 Betriebsjahren und über 20 Mio. Besucher*innen machten sich zudem weitere, vielfältige bauliche und technische Probleme bemerkbar. Auf Grundlage umfangreicher Untersuchungen wurden verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten des bestehenden Rebstockbades analysiert. Die Stadt Frankfurt am Main hat sich schließlich für den Abriss des Bestandsbades und die Errichtung eines Ersatzneubaus am gleichen Standort entschieden.

Den zweistufigen europaweiter Planungswettbewerb konnte unter elf Entwurfsteams das Planungsbüro Geising + Böker Architekten GmbH aus Hamburg für sich entscheiden. Nach Ablauf der Widerspruchsfrist gegen den Architektenwettbewerb können nun die Planungen für das neue Rebstockbad nach dem Siegerentwurf beginnen, wie die FAZ Ende Februar melden konnte. Der Neubau ist nicht mehr als große Halle sondern als Ensemble verschiedener Volumen konzipiert, die mit abgerundeten Ecken und unterschiedlicher Höhe zum angrenzenden Weiher des Rebstockparks eine abwechslungsreiche Silhouette versprechen. Die vier ebenerdig miteinander verbundenen, aber eigenständigen Gebäude stehen gemäß FAZ für die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde: Die Sauna wird zum Sichtschutz leicht erhöht an der südwestlichen Flanke des im Vergleich zum Ursprungsbau nur marginal größeren Komplexes ihren Platz finden, das Erlebnisbad mit einem „wettkampfgerechten Schwimmbereich“ möchte mit dem großzügigen Hallencharakter wie auch der Wellenmaschine den Vorgängerbau in Erinnerung rufen. Luftraum erhält ein separates Sprungbecken, das auch vom Sportbecken abgetrennt sein wird. Die Aufteilung hat auch betrieblich-ökonomische Gründe: Sie ermöglicht flexible, an die Nutzungswünsche der Gäste angepasste Preise. Der Entwurf steht auch für eine zeitgemäße, sinnvolle Verbindung aus Ökologie und nachhaltiger Energieeffizienz. Wichtiger Bestandteil des Neubaus sind der energie- und ressourcenschonende, ökologische sowie ökonomische Bau und Betrieb mit Berücksichtigung des Umwelt- und Klimaschutzes, beteuert die Betreiberin BäderBetriebe Frankfurt in ihrer Projektpräsentation.

Große Oberlichter erzeugen in der Beckenlandschaft die Wirkung von Gewächshäusern. (Visualisierung: Geising + Böker GmbH Architekten BDA)

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